Die Planung von Radwegen in der Neumannstraße ist ein wirkliches Trauerspiel: seit dem BVV-Beschluss 2010 ist es immer noch nicht gelungen, die Radwege zu bauen – sicher und so breit, dass die 4.000 Kinder im entlang der Straße dort sicher Rad fahren können.
Immer wieder gab es andere Bedenken, wegen derer entweder gar nicht weitergeplant, oder wieder einmal umgeplant wurde. Dies ist die Vorgeschichte:
- 2010 BVV-Beschluss, folgende Jahre erste Ideen und folgende Planungsphasen
- Hauptverkehrsstraße: muss von der Straßenverkehrsbehörde der Senatsverwaltung genehmigt werden
- 2017: Hoffnungen auf baldige Umsetzung steigt, Genehmigungsfähige Pläne werden dem Verkehrsausschuss vorgestellt
Ausblick: Realisierung „innerhalb der nächsten Monate“ - Deutliche Kritik vom Netzwerk Fahhradfreundliches Pankow, ADFC, aber auch von BVV-Verkehrspolitikern: 1,20 bis 1,50m schmale Radstreifchen hineingequetscht in die Straße zwischen Fahrspur und Parkspur (auf der Fahrbahn markiert, ohne bauliche Trennung) ohne ausreichenden Sicherheitsabstand zu parkenden Autos (offiziell euphemistisch “Schutzstreifen” genannt) – nur um alle Parkplätze zu erhalten 🚗 Autoverkehr + Parken behalten Priorität
🚲 Radverkehr wird „eingepasst“, nicht priorisiert
→ Ergebnis: schmale, konfliktanfällige Radstreifen - Dilemma: Radwege “nach Standards der 1990er” bauen, die dann 50J so bleiben – oder gleich richtig dimensionieren und konform mit dem MobG bauen?
- Nachwuchs im Bezirk: neue Radplaner, die nicht mehr einfach nur “irgendwas” bauen wollen, sondern “bauen fit für die Zukunft”
Lange Abstimmungen zwisch Bezirks- und Senatsebene, ob und wie ein geschützter Radfahrstreifen toleriert wird
→ Neuland, viele Diskussionen, ob ein Schutz überhaupt notwendig sei - Neue fachliche Rahmenbedingungen: Berliner Mobilitätsgesetz (2018)
Ziel: sichere, komfortable, durchgängige Infrastruktur
Klare Qualitätsstandards statt Minimalbreiten - 2. Umplanung ab 2019: Breite Radwege ca. 2,30–2,50 m pro Richtung:
Bauliche Trennung: „geschützte Radfahrstreifen“ (Protected Bike Lanes)
schmalere Auto-Fahrspuren
dort wo es eng ist, fallen Parkplätzen weg
→ Neuverteilung zugunsten von Sicherheit - 2019: Grüner Antrag → BVV-Beschluss: schnellstmögliche Fortführung der Planung des Abschnitts Binzstraße bis Granitzstraße, damit die Lücke geschlossen wird
→ bisherige Standardantwort: keine Planungsressourcen - 2020–2022 – Wiederholte Umplanungen, weil Radschnellverbindung Panketrail durch Neumannstraße geführt werden soll; Standard 2,00-2,80m breite Radfahrstreifen
vorheriger Optimismus („Baubeginn bald“) – aber: wiederholte Abstimmungen zu den Vorgaben für Radschnellverbindungen - 2023 – Regierungswechsel und Radwegestopp: keine Radwege mehr bauen, wenn Parkplätze wegfallen
lange Diskussionen und Nachweise , dass der Parkplatzwegfall verkraftbar ist (genug freie Parkplätze im näheren Umfeld)
erneute Verzögerung, obwohl Projekt eigentlich startbereit war - ✊ 2023–2024 – Druck auf der Straße wächst
Mehr Proteste von Anwohnern, Eltern & Schülern, Initiativen, Demos 2023
2025 sogar: illegal aufgemalter „Pop-up-Radweg“ als Protestaktion - versprochener Baubeginn für 2025
aber: neues Problem: Kreuzungen brauchen neue Ampelplanung
Ampelplanung ist extrem langsam in ganz Berlin
→ Ausweg: Aufteilung in drei Bauabschnitte - 1. Bauabschnitt: Binzstraße bis Eschengraben: 2,00-2,80m breite Radfahrstreifen, größtenteils baulich geschützt
Einfacher, weil keine Ampelkreuzungen - 2. Bauabschnitt Kreuzung Neumannstr./Wisbyer Str./Stahlheimer Str.:
v.a. Anpassungen der Ampelanlage
→Ausführung durch die Ampelplanungsabteilung InfraSignal - 3. Bauabschnitt: Eschengraben bis Wisbyer Str. incl. der umgebauten Kreuzung Thulestraße
2,00m breite Radfahrstreifen - 2026 (erneut) Perspektive auf Baubeginn:
Baubeginn (1. Teilabschnitt): 2026
In den letzten Jahren hieß es immer wieder: dieses Jahr startet der Bau. So auch 2026. Wir bleiben dran!

